| Keine Spur von stiller
Nacht
VON FRANK ERKELENZ
Haan (RP) "Banging round the X-mas tree" war am
Wochenende im Jugendhaus Haan angesagt. Drei Bands gaben den
Zuhören dabei mächtig was auf die Ohren. Rund 100
Fans haben es genossen.
"Banging round the X-mas tree" war angesagt und
schon der Titel des Konzerts am Samstagabend im Jugendhaus
Haan verhieß: Heute gibt es "Hell's Bells"
anstatt "Jingle Bells", Metal statt leichter Alu-Christbaumkugeln.
Rund hundert Fans waren gekommen in der Erwartung, keine "Stille
Nacht" zu erleben. Sie sollten nicht enttäuscht
werden, denn es gab rund fünf Stunden mächtig was
auf die Ohren.
Publikum im Griff
Angefeuert von "Lemmy" Diedrichsen und seinen Motörhead-Kumpels
hielt sich die Band "Fortress" dann auch nicht lange
mit der Vorrede auf. Nach anfänglichen Soundproblemen
hatte die Formation ihr Publikum mit Metal-Covers schnell
im Griff. Bereits beim fünften Titel bangten die ersten
Köpfe rhythmisch mit "Fear of the dark" von
Iron Maiden wurde vielstimmig unterstützt. Sänger
Heit, die Dingler-Brüder und ihre Mitstreiter, die alle
seit ewigen Zeiten die Haaner Szene bereichern, machten einen
guten Job, allein bei Tempowechseln fehlte es hier und da
ein wenig an Genauigkeit.
Cover-Rock aus Düsseldorf mit "Black Betty"
und "Richie & The Poor Boys" um den Haaner Sänger
Michael Richter komplettierten das Vorweihnachts-Menu des
Abends.
"Black Betty" setzten auf Rock-Evergreens in der
härteren Uptempo-Version. Gegen "Come together"
à la Gotthard ist die Beatles-Version ein Kindergeburtstag,
"Whiskey in the jar" kann man von Peter, Paul &
Mary hören, in der Lautstärke von Metallica wäre
dies jedoch selbst dem alten Beethoven leicht gefallen. Aktuelle
Hits wie "American Idiot" fanden sich ebenfalls
auf der Setliste der starken Düsseldorfer Truppe, schnörkellos
und frei von verzierendem musikalischem Geschenkpapier.
Zweiter Gig
"Richie & the poor boys" absolvierten am Samstag
bereits ihren zweiten Gig im Jugendhaus. Schon beim ersten
Mal im Frühjahr war das Echo positiv, seither hat die
Band weiter an sich gearbeitet.
Billy-Idol-Songs standen am Samstag nicht nur bei den Musikern
ganz hoch im Kurs, auch die Besucher hatten ihren Spaß
an Stücken wie "Rebel Yell". Unverwüstliche
Meisterwerke wie Golden Earrings "Radar love" begeistern
zu Recht die Rockfans mehrerer Generationen und animieren
zum Mitmachen.
Neben solchen Publikums-Elfmetern trauen sich Richie Richter,
Sigi Simon, Jürgen und Max aber auch an die Moody Blues
sowie "Eleanor Rigby" von den Fab Four heran, eigentlich
nicht gerade prädestiniert für ein "Banging
round the Christmas Tree".
Am Samstag war dies egal. Schön war's, obwohl (oder gerade
weil) sich ein Weihnachtsfeeling nicht recht einstellen wollte.
Quelle Rheinische
Post 15.12.2009
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